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Im ganzen Land demonstrieren Globalisierungsgegner unter dem Motto "Eine
andere Welt ist möglich!" gegen den G8-Gipfel. Sie geben den G8-Staaten zu
Recht die Schuld an der Armut in der Dritten Welt und verdammen die
Globalisierung. Auch wir, die Libertären, sind der Meinung, dass eine andere
Welt ohne G8 möglich ist, und auch unser Ziel ist es, dass Wohlstand und
Freiheit in der Dritten Welt gedeihen. Doch unterscheiden wir uns in der
Wahl der Mittel radikal von den meisten Globalisierungskritikern: Nicht die
Globalisierung und der freie Markt sind es, die die Armut in den
Entwicklungsländern verursachen, sondern die Behinderung von Markt und
Globalisierung, die G8-Staaten und heimische Politiker verschulden:
- In den armen Ländern - vor allem in Afrika - sterben im Minutentakt
Menschen aufgrund von Handelsschranken, Zöllen oder Exportsubventionen der
USA und EU. Freihandel würde nicht nur für die Dritte Welt wie eine
Wohlstandsmaschine wirken, sondern auch reichere Länder würden durch
sinkende Preise und Produktvariationen profitieren. Die einzigen, denen ein
freier Handel schaden könnte, sind einflussreiche Interessengruppen, deren
Wohl die Regierungen der G8-Staaten über das der eigenen Bevölkerung und der
Dritten Welt stellen. Vor allem die Landwirtschaft, welche sich gerade im
europäischen globalisierungskritischen Diskurs hervortut, profitiert enorm
von den derzeitigen Verhältnissen und kann es sich offensichtlich sogar
leisten, Unmengen an Nahrungsmitteln zu vernichten, die jene, in deren
Interesse sie zu handeln vorgeben, gut gebrauchen könnten. Eine derart
perverse und menschenverachtende Verschwendung gäbe es auf einem freien
Markt nicht.
- Globalisierungskritiker und auch die G8 wollen die Armut der Welt durch
Schuldenerlasse und mehr Entwicklungshilfe überwinden. Wir halten dies für
einen völlig falschen Weg: Historisch betrachtet ist noch nie ein Land zu
Wohlstand durch Geld- und Gütertransfers gekommen, sondern nur durch
Arbeitsteilung, Produktivität und Handel. Damit auch Menschen aus armen
Ländern produktiv werden können, brauchen sie daher erst einmal dreierlei
Dinge: Das Recht auf ihr eigenes Leben, das Recht auf Eigentum und das Recht
auf Vertragsfreiheit. Die Instanz, die dies jedoch verhindert, ist das
Gewaltmonopol des heimischen Staates, dessen widerliche Herrscher durch
Entwicklungshilfe nur noch weiter stabilisiert werden (die nebenbei auch
noch gute Pfründe für westliche Entwicklungshelfer liefert). Logisch
betrachtet ist die Befürwortung von Entwicklungshilfe sogar rassistisch und
totalitär, da dies impliziert, dass ärmere Menschen anderer Herkunft nicht
dazu in der Lage wären, für sich selbst zu wirtschaften und Entwicklung nur
durch staatliche Zentralplaner möglich sei, was historisch gesehen bisher
immer in eine Katastrophe führte. Was die Dritte Welt (und der Westen
ebenso) braucht, ist keine politische Industrie, sondern den Respekt vor
Freiheit, Eigentum und Vertragsfreiheit. Wir trennen den Begriff der sog.
Entwicklungshilfe jedoch scharf von dem der humanitären Hilfe, die definitiv
zu befürworten ist, wenn auch nicht mittels Zwangsenteignung finanziert
werden darf.
- Die G8-Staaten sorgen nicht für mehr Sicherheit in der Welt, sondern
gefährden diese. Wer unschuldige Menschen tötet, verstümmelt oder dies
androht, um seine eigenen politischen Ziele zu erreichen, ist ein Terrorist.
G8-Gesandte in Heiligendamm gehören entsprechend nicht mit dem roten Teppich
empfangen, sondern vor ein Kriegsgericht.
- Aber nicht nur international, sondern auch national werden Menschen
terrorisiert. In allen G8-Staaten wird der Überwachungsstaat ausgebaut und
persönliche Freiheitsrechte immer weiter beschnitten. In Deutschland werden
bereits heimliche Online-Durchsuchungen durchgeführt, in Amerika plant man
den Computer-Chip, der jedem US Bürger "zu deren eigener Sicherheit" unter
die Haut implantiert werden soll - Was kommt danach?
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