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Die libertäre Idee ist die frische Alternative auf dem
Politmeinungsmarkt mit seinen verstaubten Ideologien. Entstanden ist der
Libertarismus („Libertarianism“) in den Vereinigten Staaten Ende der 60er Jahre
und versteht sich als Renaissance des klassischen Liberalismus. Ähnlich wie in
Europa ist der „Liberalismus“ auch in den USA ein verschwommener Begriff. So
werden fälschlicherweise die Demokraten als „liberals“ bezeichnet und in
Deutschland gilt etwa die Sozialdemokratie als „linksliberal“.
Die überwiegende Masse der aufrichtigen Liberalen
bezeichnet sich heutzutage daher als libertär. Viele verkennen jedoch nicht ihre
geistigen Wurzeln und akzeptieren zusätzlich den Begriff „liberal“ oder
„radikalliberal“. Aus diesem Grund trägt auch die Libertäre Hochschulgruppe [LHG]
den Zusatz „Die Liberalen“.
Und wofür stehen LIBERTÄRE?
Für Libertäre steht die Freiheit des je Einzelnen im
Mittelpunkt. Nicht das Individuum hat abstrakten Kollektivismen wie etwa „der
Gesellschaft“, „der Nation“ oder „der Volksgemeinschaft“ (was immer diese
Begriffe auch bedeuten mögen) zu dienen, sondern seinen eigenen, frei gewählten,
Interessen.
„Freiheit“ ist jedoch ähnlich wie „Liberalismus“ zu einer
Worthülse verkommen, die im politischen Diskurs von PDS bis NPD täglich
gebraucht bzw. mißbraucht wird. Deshalb wollen wir kurz die Axiome des
libertären Freiheitsbegriffes erläutern:
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Gewaltausschlußprinzip: Wir Libertäre sind überzeugte
Pazifisten. Gewaltanwendungen gegen die physische Integrität eines Individuums
oder gegen dessen Eigentum sind außer zur Selbstverteidigung nicht
legitimierbar.
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Eigentum am eigenen Körper: Klingt banal, ist allerdings
ein ganz wichtiger Punkt: Jeder Mensch verfügt selbst über seinen Körper und
kann mit ihm anfangen, was er für richtig hält, solange er nicht gewalttätig
gegen andere Menschen vorgeht. Jeder andere Herangehensweise würde bedeuten,
dass manche Menschen Herren und andere Sklaven sind. Wir Libertäre lehnen
Sklaverei jedoch entschieden ab, und zwar auch die moderne im Namen der
„sozialen Gerechtigkeit“.
-
Eigentumsrecht: Das Recht auf Eigentum hat seine Wurzeln im
Naturrecht (Appropriationsprinzip) und ergibt sich deduktiv aus dem
Gewaltausschlußprinzip und aus dem Selbsteigentum. Jedem Menschen stehen die
Früchte seiner Tätigkeiten unbegrenzt zu, und er kann die physische Integrität
seines Eigentums nach seinen eigenen Wünschen verändern, solange er nicht das
Eigentumsrecht anderer Menschen verletzt. Diebstahl, etwa durch Banditen,
Räuber, Politiker, Bürokraten stellt eine Gewalttat dar, die durch nichts zu
rechtfertigen ist.
-
Vertragsfreiheit: Menschen können nur auf drei Arten
miteinander in Beziehung treten: Durch Sympathie/Liebe, Handel oder durch
Gewalt. Sympathie/Liebe empfindet ein Mensch etwa für Verwandte, Freunde,
Eheparter/in oder für seine eigenen Kinder. Doch die Welt ist viel zu groß und
die Menschen viel zu verschieden, daß sich jeder lieben könnte. Über den Handel
unterhalten Menschen etwa Beziehungen zu anderen Menschen, die sie nicht kennen
brauchen. Wenn ein Kunde zum Beispiel einen Salat für 50 Cent kauft, so tut er
dies nur, weil er sich von diesem Geschäft einen persönlichen Nutzen verspricht.
Das heißt, er bewertet den Salat höher als die 50 Cent. Bei der Verkäuferin ist
es genau umgekehrt: Für sie sind die 50 Cent wertvoller. Wäre dies nicht so,
würde das Geschäft nicht zustande kommen. So ziehen beide Parteien aus diesem
Geschäft – obwohl sie keine Sympathie füreinander empfinden – einen Gewinn. Wir
Libertäre sind der Meinung, daß jedes Individuum selbst weiß, welche Beziehungen
er eingehen will, und von welchen Beziehungen er sich Vorteile verspricht. Den
einzigen Grundsatz, den wir bei den zwischenmenschlichen Beziehungen ablehnen,
ist der der Gewalt.
Und wie stehen LIBERTÄRE dem Staat gegenüber?
Libertäre sind dem Staat bzw. der Politik im allgemeinen
kritisch gesonnen. Der Staat ist weder etwas Göttliches noch sind wir alle der
Staat, sondern ein soziales Konstrukt, das von bestimmten Menschen zum Vorteil
einiger Menschen existiert oder wie der liberale Philosoph Frédéric Bastiat es
ausdrückte: „Der Staat ist die große Fiktion, nach der sich jedermann bemüht,
auf Kosten jedermanns zu leben.“
Wenn wirklich alle Menschen eines bestimmten Gebietes
derselben Meinung wären, dann wäre der Staat obsolet. Politische Handlungen
treten also nur zur Umverteilung bzw. Durchsetzung bestimmter Interessen auf.
Die meisten dieser Tätigkeiten sind mit den libertären Freiheitsvorstellungen
inkompatibel. Wenn etwa der Staat 18-jährige Männer zum Wehr- oder Ersatzdienst
zwingt, dann ist das nichts anderes als moderne Sklaverei, da das Selbsteigentum
der Betroffenen verletzt wird, keine freie Wahl in Form der Vertragsfreiheit
vorliegt und Zuwiderhandlungen mit Gewalt geahndet werden. Oder wenn der Staat
etwa Einkommenssteuer erhebt, dann greift er in die Eigentumsverhältnisse der
Betroffenen ein, ohne eine Gegenleistung zu erbringen, auf die sich beide Seiten
vertraglich geeinigt hätten. Auch hier erlaubt sich der Staat das „Recht“
anzumaßen, Zuwiderhandlungen mit Gewalt zu ahnden. Ähnliche Beispiele gibt es
unzählige.
Die einzigen Tätigkeiten, die Libertäre dem Staat
gegebenenfalls zustehen, sind die Sicherung der Freiheit und des Eigentums
seiner Bürger. Er soll also lediglich für die Sicherheit nach innen und nach
außen sorgen. Jedoch haben einige libertäre Denker, etwa David Friedman,
Vorschläge gemacht, wie selbst diese Bereiche privat organisiert werden könnten.
Sind LIBERTÄRE nun links oder rechts?
Libertäre passen in keiner Weise in das uralte
lechts-rinks-Schema. In Deutschland ist diese Einteilung zudem politisch
instrumentalisiert. So gilt „links“ als gut, modern und tolerant, während
„rechts“ für böse, reaktionär und nazistisch steht. Komisch nur, dass sich die
beiden so anscheinend auseinander liegenden Pole bei einigen Fragen, wie etwa
bei der Wirtschaftspolitik, sehr nahe sind.
In Amerika geht es da schon etwas seriöser zu. „Persönliche
Freiheitsrechte“, wie etwa die Legalisierung von Drogen oder die Möglichkeit der
Homo-Ehe, werden in der Regel von der Linken vertreten. Die Rechte steht für
„wirtschaftliche Freiheitsrechte“ und tritt für die Senkung der Steuern oder für
die Deregulierung des Arbeitsmarktes ein.
Uns Libertären ist die Einteilung in persönliche und
wirtschaftliche Freiheitsrechte fremd.
Für uns gibt es nur eine ungeteilte Freiheit. Zwar können
Libertäre in ihrer persönlichen Einstellung „links“ oder „rechts“ sein, jedoch
sind sich alle Libertäre darin einig, dass der Staat diese Werte nicht vorgeben
sollte.
Wir sprechen uns z. B. für freie Einwanderung, freien
Drogenkonsum, freie Wahl der Sexualpartner aus, weil in diesen Fällen keine
Gewalttat vorliegt und niemanden es etwas angeht, was man mit seinem Körper
anstellt.
Genauso sind wir aber auch für die restlose Privatisierung
aller Öffentlichen Güter und gegen die gewerkschaftliche Tarif“autonomie“, da
der Staat seine Einrichtungen über Geld finanziert, das er sich durch Gewalt
einholt. Die Tarifautonomie stellt nichts anderes dar, als eine Bevormundung
durch die korporatistischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände und steht im
krassen Widerspruch zum Eigentumsrecht und zur Vertragsfreiheit.
Wir sind daher weder links noch rechts, sondern für eine
offene, entpolitisierte Gesellschaft.
Wer ist LIBERTÄR?
In Deutschland erfreut sich die kleine libertäre Gemeinde
immer weiteren Zuwachs. So gibt es bereits seit über 7 Jahren mit
„eigentümlich frei“ eine
radikalliberale Zeitschrift im deutschsprachigen Raum. In Großbritannien gehörte
der Begriff „libertarian“ im Wahlkampf, sowohl bei Labour als auch bei den
Tories, mit zum Sprachgebrauch.
Aber auch weltweit sind die Libertären auf dem Vormarsch.
In Costa Rica erreichte das libertäre „Movimiento Libertario” bei den letzten
Parlamentswahlen 2004 über 10%.
Das Heimatland des Liberarismus ist und bleibt jedoch die
USA. Libertäre/radikalliberale Think-Tanks, wie etwa das
Ludwig-von-Mises-Institute, das Cato-Institute oder das Ayn-Rand-Institute gibt
es in den Vereinigten Staaten genauso, wie libertäre Professoren an den Unis, zu
denen unter anderen der deutsche Hans-Hermann Hoppe, David Friedman oder Ralph
Raico zählen. Die „Libertarian Party“ (LP) wurde 1971 gegründet und ist
heutzutage die drittgrößte Partei in den USA nach den Republikanern und den
Demokraten.
Die libertären Internetportale
www.lewrockwell.com oder
www.antiwar.com zählen zu den profunden Kritiker der derzeitigen
amerikanischen Regierung.
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