Ein Gespenst geht um an der Universität
Konstanz - Das Gespenst des Libertarismus. Doch Libertarismus, was bedeutet
das eigentlich? Was wollen die "Libertären"? Obgleich der Libertarismus
keine einheitliche Ideologie ist, wollen wir versuchen, euch in diesem Stück
Propaganda die Kernprinzipien libertären Gedankenguts näherzubringen.
"Only two laws are needed to change the entire universe: Never use
initiatory force,
and never cheat." - Anarky
Der Libertarismus ist eine politische Philosophie, die aus Strömungen des
Liberalismus und des Anarchismus hervorgegangen ist. Sie stellt das
Individuum, seine Freiheit und das Eigentum ins Zentrum. Er fordert eine
Gesellschaft, in der alle Menschen mit den gleichen, naturgegebenen Rechten
des Lebens, der Freiheit, der Selbstbestimmung und des Eigentums
(einschließlich dem an sich selbst) in Vertragsfreiheit miteinander leben.
Libertäre lehnen jede Form von Fremdbestimmung ab - einschließlich der des
Staates. Daraus folgt das sogenannte Nichtaggressionsprinzip: Niemand hat
das Recht, initiative Gewalt an anderen Personen oder fremdem Eigentum
auszuüben. Auch nicht durch Betrug. Er beruft sich auf Denker
unterschiedlichster Schulen, so z.B. Locke, Proudhon, David Friedman,
Rothbard und von Mises.
Der Libertarismus wird oft mit den Schlagworten "radikaler Kapitalismus" in
Verbindung gebracht. Tatsächlich befürworten Libertäre einen völlig freien
und unregulierten Weltmarkt, dies ergibt sich konsequenterweise aus den
Rechten auf Selbstbestimmung und Eigentum. Der Kapitalismus hat in den
letzten Jahrzehnten einen schweren Imageschaden erlitten - obwohl man ihn
eigentlich niemals kennen gelernt hat. Die heutige wirtschaftliche
Weltordnung wird von Libertären in der Regel keinesfalls als kapitalistisch
betrachtet, sondern viel eher als ein korruptes System der
Vetternwirtschaft, des Protektionismus, der durch politische Systeme
bedingten Plutokratie und Gewaltwirtschaft wahrgenommen. Der Libertarismus
stellt sich keinesfalls auf beiden Augen blind für die Verbrechen von
staatlich protegierten Großunternehmen. Jedoch sind nach Auffassung von Libertären die derzeitigen
Probleme keinesfalls dem freien Markt (der momentan nicht existiert)
inhärent, sondern der Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung der Interessen
Einzelner, die in den schlimmsten Fällen auch noch als legitim betrachtet
wird, nämlich dann, wenn sie die Form des Staates annimmt, der sich durch
sein Gewaltmonopol nach innen und außen definiert. Auch glaubt der Großteil
der Libertären, dass der freie Markt nicht nur die einzig gerechte Form der
Wirtschaft ist, sondern auch diejenige, die am effektivsten Wohlstand für
alle schafft. Diese Auffassung findet vor allem Ausdruck in den Schriften
der Österreichischen Schule der Ökonomie (von Mises, Rothbard, Hoppe, u.a.).
Dennoch muss in einer libertären Gesellschaft niemand
kapitalistisch wirtschaften, wenn er nicht will. Da Menschen im freien Markt
selbst über ihr Eigentum verfügen, können sie auch Gegenwirtschaften
etablieren. Will jemand also in einer sozialistischen
Wirtschaft/Gemeinschaft leben, kann er dies tun, solange er gewaltfrei
Vertragspartner für eine solche findet.
"Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht
nicht." - Erich Fried
Ziele libertärer (Anti)Politik sind klar benennbar. Wir fordern den Abbau
des Staates und seiner Intervention - wie weit ist ein Streitpunkt unter
Libertären. Hier spalten sich die Lager in sog. Minarchisten, die die
Reduktion zum
Nachtwächterstaat sehen wollen, der lediglich die Aufgaben des Schutzes von
Leben und Eigentum und der äußeren Verteidigung übernimmt, und in
Anarchisten, die den Staat an und für sich als illegitime Herrschaft,
gefährlich und/oder unnötig wahrnehmen. Soweit zu den abstrakten Ideen, nun
zu konkreten Anliegen:
UNSERE FORDERUNGEN
- Abschaffung jeder Form von Zoll und
Abbau anderer Handelshemmnisse, Deregulierung, Grenzöffnung, freie
Einwanderung, Subventionsabschaffung.
- Rückführung öffentlicher Betriebe in die Hände ihrer rechtmäßigen
Besitzer.
- Die Aufhebung jeder Form von Gesetzgebung, die die Vertragsfreiheit
beschränkt.
- Abschaffung von Verbrechen ohne Opfer - Legalisierung aller Drogen, keine
weitere Diskriminierung der Prostitution oder irgendeiner Form konsensueller
Sexualität. - Abschaffung jeder
Form von Zensur und Beschränkung der Meinungs- und Redefreiheit.
- Totale Säkularisierung, Abschaffung der staatlichen Ehe.
- Abschaffung des staatlichen Bildungsmonopols und der Schulpflicht.
- Einführung eines Sezessionsrechts.
- Sofortiger Stopp der wahnhaften Sicherheitspolitik, Zurückdrängung
staatlicher Macht und Gewalt in aller Konsequenz.
- Abschaffung einer zentralen Armee, Neutralitätserklärung des Staates,
keinerlei militaristische Auslandsintervention, Abschaffung der Wehrpflicht
und sonstiger Zwangsarbeiten. |
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