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Vorurteil Nr. 1:
"Libertäre Ideen führen in der Praxis zu Gewalt, Bürgerkrieg und Chaos."
Antwort: Libertäre kritisieren die staatlichen Tätigkeiten nicht, weil sie
durch deren
Abwesenheit Armut und Gewalt erhoffen, das Gegenteil ist der Fall. Gerade
weil Leistungen wie Bildung, Rente, Gesundheit, Sicherheit, usw. enorm
wichtig sind, sprechen wir uns gegen die staatliche Wahrnehmung dieser
Tätigkeiten aus, da der Staat als Gewalt- und Besteuerungsmonopol keinen
Anreiz hat, diese Güter effizient und kundenfreundlich bereitzustellen.
Bekanntlich sind Essen und Trinken für den Menschen lebensnotwendig, aber
keiner würde auf die Idee kommen, dass deshalb der Staat diese Güter
anbieten sollte. Überall, wo er dies in der Geschichte getan hat (z. B.
UdSSR, Nordkorea), waren Millionen von Hungertoten die Folge. Schaut man
sich die heutigen staatlichen Leistungen genauer an, so sieht man schnell,
wie erbärmlich diese sind: Bildungskrise, Millionen von Arbeitslosen, leere
Gesundheits- und Rentenkassen. Bei Gütern, die vom Markt bereitgestellt
werden - also von Unternehmern, die miteinander um die Kundschaft
konkurrieren und die nur Geld verdienen, wenn sie die Interessen ihrer
Kunden befriedigen - sucht man ähnliches vergeblich. Oder habt ihr schon
einmal von einer Brötchenkrise, Autoknappheit oder bankrotten
Privatversicherungen gehört?
Vorurteil Nr. 2: "Libertarismus - das ist das angewandte
darwinistische Recht des
Stärkeren."
Antwort: Eines der zentralen Prinzipien, auf denen der Libertarismus
aufbaut, ist das
Eigentum. Jedes Individuum kann mit sich selbst und seinem friedlich
angeeigneten Hab und Gut tun, was es will, solange es nicht andere Menschen
und deren Eigentum schädigt. Eine Verneinung dieses Prinzips würde auf die
Rechtfertigung von Sklaverei hinauslaufen. Wenn jeder sich selbst gehört,
dann folgt daraus, dass niemand dem anderen Gewalt antun darf - das
Nonaggressionsprinzip.
"Die Starken bedürfen nicht des Eigentums, um das, was sie für sich wollen,
zu sichern, denn sie sind ja stark genug, es gegebenenfalls zu verteidigen.
Das Eigentum kann demnach ausschließlich den Schwachen dienen, denn es
entsteht, indem die Starken ein Verfügungsrecht von Schwachen anerkennen."
(Stefan Blankertz)
Die Geschichte lehrt ironischerweise, dass es gerade dort ein Recht des
Stärkeren gibt, wo der Staat besonders mächtig ist: Hohe Steuern,
Arbeitszwang (Wehrpflicht) oder Eingriffe in die Vertragsfreiheit sorgen für
Arbeitslosigkeit und Armut; und vor allem die Schwachen (Alleinerziehende,
Menschen mit geringer Bildung, Ältere, körperlich Schwache) müssen darunter
leiden. Die Starken kontrollieren die Wirtschaft durch die Politik, mittels
derer sie die Staatsgewalt instrumentalisieren, und können sich auf Kosten
anderer ein feines Leben machen.
Die Marktwirtschaft jedoch ist nicht nur das einzig gerechte System, welches
mit dem
Selbsteigentum vereinbar ist, sondern hat auch Massenwohlstand und
Entscheidungsfreiheit für Schwächere erst möglich gemacht. Aus DIESEM Grund
sind wir libertär, da nur die adjektivlose Marktwirtschaft die Situation der
Schwächeren verbessern kann.
Vorurteil Nr. 3: "Libertäre sind die Steigbügelhalter des
Kapitals - die
Interessensvertretung von Hedge Fonds und Heuschrecken."
Antwort: Zunächst einmal ist es richtig, dass wir mit Kapital an
Finanzmärkten keine
Probleme haben. Im Gegenteil: Der Antriebsmotor für Massenwohlstand und
technologischen Fortschritt ist das Sparen, denn nur durch
Kapitalakkumulation wird Investition möglich. Kapitalvernichtung durch
Konsum oder Umverteilung erzeugt keinen Wohlstand, sondern verringert ihn.
Der Kapitalmarkt sorgt dezentral über den Zinssatz dafür, dass das Kapital
effizient verteilt wird.
Die Rolle der Heuschrecken (oder auch Private-Equity genannt) am
Kapitalmarkt sieht prinzipiell folgendermaßen aus: Sie kaufen Firmen auf,
sanieren diese in den nächsten Jahren und verkaufen sie mit Gewinn weiter.
Sie können also nur Gewinn machen, wenn sie einen Käufer finden, der bereit
ist, einen höheren Kaufpreis zu zahlen; ein Käufer also, der denkt, das
Unternehmen sei im Wert gestiegen. Der Wert eines Unternehmens kann aber nur
steigen, wenn entsprechend eine Produktivitätssteigerung vorgenommen wird.
Dies ist für den kleinen Mann nichts Gefährliches, sondern etwas Gutes:
Erfolgreiche Private-Equity Gesellschaften sorgen für höhere Produktivität
und folglich für geringere Preise und bessere Jobs für die Unterschicht
(dass dies in Deutschland nicht passiert, hat andere Gründe: staatliches
Papiergelddrucken, Abgabenquote und Arbeitsmarktregulierungen).
Soweit die Theorie, nun zur Praxis: Die negativen Folgen der Heuschrecken
werden vom Staat verursacht. Genauer: Die staatlichen Zentralbanken züchten
mit ihren
Gelddruckmaschinen geradezu Heuschrecken. Private-Equity Gesellschaften
brauchen nur 10 Prozent Eigenkapital, um eine Firma zu kaufen. Die
restlichen 90 Prozent können die Gesellschaften in Form von Krediten
begleichen - ausgestellt auf die neue Firma. Dies gleicht auf dem ersten
Blick einem Harakiri-Geschäft, doch hier kommen die Zentralbanken ins Spiel:
Mit ihren Gelddruckmaschinen manipulieren sie die Finanzmärkte durch
künstlich niedrige Zinsen, so werden die Verschuldungskäufe der Heuschrecken
erst möglich gemacht. Der Markt wird zugunsten von Banken und
Finanzmarktakteuren verzerrt, und zwar auf Kosten
der einfachen Menschen, die diese perverse Politik über Inflation
mitfinanzieren und die es am härtesten trifft, wenn dieses System
zusammenbricht, was früher oder später der Fall sein wird, da ein
Fortexistieren nur über den Zufluss neuer Kredite gewährleistet werden kann.
Dies ist kein Versagen des Marktes, sondern ein Versagen der staatlichen
Kontrolle über das Geld. Das Finanzwesen ist heutzutage zu 100 Prozent
staatlich organisiert, da die staatliche Zentralbank ähnlich den
sowjetischen Zentralplanern über die Geldmenge einer Volkswirtschaft
entscheidet. Dies hatte im 20. Jahrhundert zahlreiche Wirtschaftskrisen,
Hyperinflationen und schleichende Enteignung (die D-Mark verlor in der Zeit
ihrer Existenz über 90 Prozent an Wert) zur Folge. Wir Libertäre lehnen
dieses staatskommunistische Geldwesen mit seinen Helfershelfern der G8, IWF
und Weltbank entschieden ab und sprechen uns für eine private, über
Marktangebot und Nachfrage regulierte Geldwährung aus. |
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