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Libertäre in Bonn

 


Für die Privatisierung der Unis und gegen Zwangsbeiträge

Wir Studenten sind eine in besonderem Maße privilegierte Klasse unfreiwilliger Ausbeuter. Nicht nur, dass der Staat uns ein im Schnitt sechs Jahre langes Studium „kostenlos“ ermöglicht. Vielen Studenten ist nicht bewusst, dass Dozentengehälter, Gebäudepflege und weitere Kosten des Unibetriebs umgerechnet auf jeden Studenten je nach Fach zwischen 3000 und 25000 Euro pro Jahr ausmachen.

Dazu kommt, dass wir während unserer Studienzeit so gut wie keine Kranken- und Rentenbeiträge zahlen, aber die gleichen Leistungen wie ein Arbeiter genießen, der direkt nach der Hauptschule angefangen hat zu malochen. Die Zeche dafür zahlt jedoch letztendlich nicht der Staat aus irgendeinem Füllhorn, sondern in Form von Steuern und Abgaben diejenigen produktiven Kräfte (Arbeiter und Unternehmer), die durch ihre Arbeit unser aller Wohlstand erst ermöglichen. In diesem System sind Studenten also zunächst einmal klare Umverteilungsgewinnler, doch letztendlich haben auch sie in einer von oben herab verplanten und somit wachstumsgehemmten Gesellschaft mehr Nach- als Vorteile.

Um diesem Missstand Abhilfe zu verschaffen, fordern wir u.a. die schrittweise Privatisierung der Universitäten, was natürlich flankiert werden muss durch Deregulierung und Privatisierung weiterer „öffentlicher“ Institutionen wie etwa dem Arbeitsamt und dem Gesundheitswesen. Privatisierte Universitäten werden natürlich, um ihre Kosten decken zu können, in der Regel Studiengebühren von den Studierenden erheben. Studierende können ihr Studium dann über nichtstaatliche Stipendien, Kredite oder durch Jobs in einem gleichzeitig deregulierten Arbeitsmarkt finanzieren. Durch die direkte Kostenträgerschaft wäre jeder Student mehr oder weniger gezwungen, sein Studium einer Wirtschaftlichkeitskontrolle zu unterwerfen und somit zur Effizienz des gesamten Bildungssystems beizutragen.

„Kostenlos“ ist unser Studium auch heute keinesfalls. Steuerfinanzierte bürokratische Einrichtungen wie die heutigen Unis haben es nicht nötig, effizient und kunden- bzw. studentenorientiert zu arbeiten. Auf diese Art dauert das Studium viel länger als nötig und es wird nicht arbeitsmarktgerecht ausgebildet, nicht einmal beim Lehramt, wo man zumindest erwarten könnte, dass der Staat dafür sorgt, dass seine zukünftigen Lehrerbeamten eine ordentliche Ausbildung genießen. Durch derlei Misswirtschaft wird nicht nur unsere Bildung, sondern die gesamte Volkswirtschaft blockiert. Privatisierte Unis dagegen können es sich nicht leisten, unzufriedene Studenten mangelhaft auszubilden, da ihre Kunden ansonsten zur Konkurrenz gehen, die sie mit Kusshand aufnimmt. Heute dagegen werden Studenten von ZVS und anderen bürokratischen Molochen, aber auch von den lebenslang verbeamteten Professoren oft als untertänige Nümmerchen und nicht wie Kunden behandelt. Unter den Talaren gibt es also noch einiges zu lüften!

Die Libertäre Liste Bonn spricht sich gegen die Erhebung staatlicher Studiengebühren aus. Wir sehen in der Einführung dieser Gebühr einen konfiskatorischen Akt des "Leviathan" (Staat), der den „Entmündigungskoeffizienten“ (Staatsquote) weiter ansteigen lässt. Auch hier löst der Staat die Probleme nicht, sondern ist selbst das Problem. Um den „Wettbewerb als Entdeckungsverfahren“ im Bildungswesen zu nutzen sowie der Verschwendung von Geldern entgegenzutreten, tritt die Lilibo für die Einführung des Friedman’schen Bildungsgutscheinsystems als Übergangslösung ein.

Ferner fordert die Libertäre Liste die Abschaffung aller Zwangsabgaben und Zwangmitgliedschaften, auch im Uni-Bereich. Demokratie darf nicht dazu missbraucht werden, dass eine Mehrheit eine Minderheit dazu zwingt, sich an „allgemeinen“ Kosten wie etwa Studiticket oder Sozialbeitrag zu beteiligen. Die Kosten für den AstA dürfen also nicht auf alle Studierende umgelegt, sondern müssen von freiwilligen Zahlern erbracht werden. Auch das Studentenwerk mit seinen Einrichtungen wie Mensen und Wohnheimen muss privatisiert werden. Die kostspielige Verschlimmbesserung der Cafeteria in der Nassemensa zeigt, dass auch hier Steuergelder nutzlos vergeudet werden.

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